Im Jahre 1865 erschien die Freimarke zu 7 Schilling in violetter Farbe.
Spontan könnte man denken, dass der Auslöser dieses neuen Wertzeichens die Verwechselungsgefahr der „orangenen 7 Schilling“ mit der gelben 9 Schilling-Marke gewesen sei. Aber aus den Protokollen der Postdeputation geht hervor, dass eine Anpassung an die Postvereinsfarbe (lila) – z.B. der (Thurn & Taxis`schen) 5 Silbergroschen- bzw. 15 Kreuzer-Wertstufe – beabsichtigt war. Vielleicht wollte man auch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen…(?!)
Die 7 Schilling in orange blieb jedenfalls frankaturgültig und konnte aufgebraucht werden, aber die violette Schwester dominiert die vorhandenen Korrespondenzen ab dem 2.Quartal 1865.
Es nicht klar, ob die ungezähnte Marke nicht doch gebraucht worden ist. Wird eine postalische Verwendung im „Kohl“-Handbuch noch ausgeschlossen, bestätigt der „Michel“-Katalog das Vorkommen solcher Stücke, wenn auch nur mit einer Notierung von „-.-“ . Mir sind zwei lose gestempelte Exemplar und ein Brief bekannt. Alle drei sind aber nicht breit genug geschnitten, um wirklich als „gebrauchte Ungezähnte“ durchzugehen.
Das kennen Sie schon: die Wertstufe zu 7 Schilling war vorgesehen für Post nach Holland und nach England. Hier ein paar Beispiele:













